Beverungen (red). Ein Großbrand hat am Donnerstagnachmittag das Gelände des Alten Bahnhofs in Beverungen erschüttert. Der Alarm für die Einsatzkräfte ging kurz vor 16 Uhr ein. Nach ersten Angaben von Zeugen soll das Feuer von einem Müllcontainer vor dem Gebäude ausgegangen sein. Innerhalb kurzer Zeit griffen die Flammen auf den Dachstuhl eines Anbaus über. In der Folge standen mehrere Anbauten in Vollbrand.
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Kräfte aus dem gesamten Stadtgebiet Beverungen sowie aus der Samtgemeinde Boffzen und aus Höxter eilten zur Einsatzstelle. Auch zwei Drehleitern wurden zur Brandbekämpfung eingesetzt.
Rauchsäule über dem Stadtgebiet
Eine weithin sichtbare Rauchsäule zog über das Stadtgebiet und war bereits aus mehreren Kilometern Entfernung zu erkennen. Zur Koordinierung des Einsatzes nutzten die Einsatzkräfte unter anderem den nahegelegenen Aldi-Parkplatz als Bereitstellungsraum. Mit zahlreichen Strahlrohren bekämpfte die Feuerwehr den Brand von mehreren Seiten.
Trotz der schwierigen Lage gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohngebäude zu verhindern, das aktuell als Asylunterkunft genutzt wird. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden keine Personen verletzt. Die Löscharbeiten dauerten am Abend weiter an. Zur Brandursache konnten bislang noch keine gesicherten Angaben gemacht werden. Weitere Informationen sollen folgen.
Ehemaliges Bahnhofsgebäude mit späterer Umnutzung
Bei dem betroffenen Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Bahnhofs- beziehungsweise Dienstgebäude entlang der Sollingbahn. Solche Bauwerke entstanden typischerweise in der Zeit zwischen 1870 und 1910 und dienten früher als Haltepunkte oder zur Abwicklung des Güterverkehrs. Mit dem Rückgang des Bahnverkehrs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren viele dieser Gebäude ihre ursprüngliche Funktion.
In den folgenden Jahrzehnten wurden sie häufig verkauft und unterschiedlich genutzt, etwa als Wohnhaus, Lager oder für gewerbliche Zwecke. Auch in Beverungen erfolgte später eine Umnutzung für soziale Zwecke. Das Gebäude wird heute zeitweise als Unterkunft genutzt. Verletzt wurde nach bisherigem Stand jedoch niemand.
Foto: Feuerwehr