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Samstag, 24. Januar 2026 Mediadaten
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Mit einem Rundgang startete der neue Kirchenvorstand St. Stephanus und Vitus in seine Wahlperiode. Das Foto zeigt Nadine Fellmann (von links), Anne Quest (Küsterin), Annika Pröbe (Standortleitung), Leonard Weskamp, Josef Kowalski, Marcus Beverungen (Geschäftsführer Welterbe), Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek, Matthias Kämpfer, Georg Pietsch und Dorothee Feldmann (Direktorin Immobilien- und Kulturverwaltung der herzoglichen Generalverwaltung). Josef Kowalski war seit 2015 im Kirchenvorstand und übernahm 2018 das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden (auch geschäftsführender Vorsitzender genannt). Matthias Kämpfer tritt jetzt die Nachfolge an. Zum Abschied galt Josef Kowalski Dank und Anerkennung.

Höxter (red). „Für ein Weltkulturerbe ehrenamtlich verpflichtet zu sein, ist eine herausgehobene Verantwortung. So habe ich es gesehen. Es war mir immer eine Ehre.“ Mit dieser Rückschau auf seine Grundhaltung hat Josef Kowalski, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstands, jetzt im karolingischen Westwerk Corvey symbolisch den Staffelstab dieses besonderen Amtes an Nachfolger Matthias Kämpfer übergeben. 

Vor Ort in seinem Verantwortungsbereich, der Herzkammer des Welterbes, war der neu gewählte Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus zusammengekommen. Bei einem Rundgang durch das Westwerk und die barocke Abteikirche machten sich die Mitglieder mit laufenden Projekten und dem umfangreichen bevorstehenden Aufgabenkatalog vertraut.

Zur Einführung skizzierte Josef Kowalski zunächst wegweisende Eckdaten aus Corveys großer, mehr als 1200-jähriger Vergangenheit. Die Kirchengemeinde schreibt die Geschichte dieses Leuchtturms wirkungsvoll fort. Zu den Glanzlichtern, die Josef Kowalski mitgestaltet hat, gehören die Restaurierung der Andreas-Schneider-Orgel, der Einbau der Glaswand zwischen Westwerk und Abteikirche, die Genese und Realisierung der neuen Digitalangebote im Westwerk, die neu konzipierte Dauerausstellung im Schloss mit Schätzen der Kirchengemeinde und nicht zuletzt das Jubiläumsjahr „1200 Jahre Corvey“ 2022/2023 mit seinem exponierten Programm samt Bundespräsident und ARD-Fernsehgottesdienst.

Dieses hochkarätige Festjahr trägt in seinem Nachhall zu dem bei, was Josef Kowalski auch jetzt, nach seinem Abschied, am Herzen liegt: Anknüpfend an die Blütezeit des Klosters vom 9. bis 12. Jahrhundert gelte es, „die Flamme am Brennen zu halten, sodass Corvey ein Fixstern und ein Leuchtturm bleibt“.

Sachausschuss gebildet

Josef Kowalski hatte dem Kirchenvorstand seit 2015 angehört und war 2018 zum geschäftsführenden Vorsitzenden gewählt worden. Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt jetzt Matthias Kämpfer. Zur Seite stehen ihm als ebenfalls neue Mitglieder Nadine Fellmann und Leonard Weskamp. Wiedergewählt worden sind Georg Pietsch, Conrad Gerdemann und Dr. Dominik von Wolff Metternich. Den Vorsitz hat wie üblich der Pfarrverwalter der Kirchengemeinde Corvey, Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek.

Wegen der Komplexität der Aufgaben im kirchlichen Teil der Welterbestätte hat der Kirchenvorstand (KV) zur Vor- und Aufbereitung von Beschlüssen einen Sachausschuss gebildet. Diesem Gremium gehören Dr. Hans-Bernd Krismanek als Pfarrverwalter, Matthias Kämpfer als geschäftsführender KV-Vorsitzender, Marcus Beverungen als Geschäftsführer Welterbe innerhalb seiner Tätigkeit als Verwaltungschef des Pastoralverbundes und die Standortleitung für das karolingische Westwerk und die barocke Abteikirche, Annika Pröbe, an.

In den Sachausschuss bringt sich Josef Kowalski als Beirat ein. Seine profunde Kenntnis steht der Gemeinde also weiterhin zur Verfügung. Zu besonderen Anlässen wird der Corvey-Kenner auch weiterhin Gäste führen.

Inschriftentafel zieht in den Johanneschor ein

Von den komplexen Aufgaben, die ein Denkmal wie Corvey mit sich bringt, vermittelten Annika Pröbe und Marcus Beverungen dem Kirchenvorstand beim Ortstermin mit Rundgang aufschlussreiche Eindrücke. Die mehr als 1100 Jahre alten Wandmalereien in der Erdgeschosshalle des Westwerks müssen von schädigenden Salzen befreit und konservatorisch gesichert werden. In Zusammenarbeit mit der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW läuft dazu ein Forschungsprojekt. Oben im Johanneschor werden die Restauratoren die erhaltenen Fresken ebenfalls in den Blick nehmen.

Im Erdgeschoss soll ein neues Beleuchtungskonzept die korinthischen Kapitelle der Säulen des Quadrums besser zur Geltung bringen. Das alles wird aber noch dauern.

Schon bald hingegen kehrt ein großer Schatz nach Corvey zurück: Die Inschriftentafel aus der Gründungszeit des Klosters – ein herausragendes Zeugnis für die Antikenrezeption im frühen Mittelalter und die Glaubenstiefe der Gründermönche – hatte einen Glanzauftritt in der Sonderausstellung „Corvey und das Erbe der Antike“ im Diözesanmuseum Paderborn. Zu Hause bekommt sie jetzt einen würdigen Platz im Johanneschor.

Luftentfeuchter regulieren Klima 

„Die denkmalrechtliche Genehmigung liegt vor“, berichtete Standortleiterin Annika Pröbe. Ab der Saison 2026 wird die kostbare Sandsteinplatte in ihrer antik-römischen Majuskelschrift Capitalis Quadrata vom Segenswunsch der Mönche für ihren Klosterbezirk, die Civitas, künden. So wie es draußen an der Doppelturmfassade eine Replik tut.

Permanent richtet die Standortleiterin ihr Augenmerk auf das Klima im Westwerk. Mit ihm steht und fällt der Erhalt der sensiblen Bausubstanz. Sowohl unten als auch im Johanneschor regulieren Luftentfeuchter und Konvektoren das Raumklima. Messfühler sind im Rahmen eines Forschungsprojekts bis 2027 zur Erhebung von Klimadaten an vielen Wänden. Die Klimaregulierung und ein permanentes Monitoring bleiben eine Daueraufgabe in der Herzkammer des Welterbes und auch in der barocken Abteikirche. Hauptursache sind übrigens Witterungseinflüsse, erläutert Annika Pröbe.

Die Klimaregulierung spielt auch bei dem derzeit exponiertesten Projekt im Welterbe eine maßgebliche Rolle: dem barrierefreien Zugang zum Johanneschor. Vom angrenzenden Domänengebäude aus soll der bedeutende Sakralraum barrierefrei zu erreichen sein. Dieses große Bauvorhaben unter der Regie der herzoglichen Corvey gGmbH nähert sich nach fast fünf Jahren der Zielgeraden. Die Besucher müssen ab diesem Sommer nicht mehr den Südturm hinaufsteigen, sondern erreichen die Emporenkirche durch den Kirchenausgang zum Friedhof, einen eigens an das Domänengebäude angebauten Glasgang und dann wahlweise über Treppen oder einen Aufzug.

Durchbruch in die Herzkammer

Der Durchbruch in den Johanneschor ist seit Herbst 2025 geschafft, den Wanddurchlass im Domänengebäude haben Fachhandwerker mit einer Stahleinfassung verstärkt. Diese Konstruktion war gerade eingebaut, als der neue Kirchenvorstand die Baustelle in Augenschein nahm. Dorothee Feldmann, Direktorin Immobilien- und Kulturverwaltung der herzoglichen Generalverwaltung, führte die Gruppe. Nahe dem Durchbruch werden bei Führungen demnächst die Tablets zur Erkundung der Herzkammer des Welterbes ausgegeben. Vollautomatisierte Türen sorgen dafür, dass das Klima in dem Sakralraum stabil bleibt. Überall auf der Etage sind Holzwände eingezogen worden. Die Kirche bekommt Räumlichkeiten zu Versammlungs- und auch Lagerzwecken. Oben und auch im Erdgeschoss der Domäne bleibt das rustikale Gepräge eines Wirtschaftsgebäudes sichtbar.

Der gläserne Verbindungsgang entlang der Fassade zum Friedhof fügt sich harmonisch an. Zurzeit wird das Bodenniveau angehoben, damit die Menschen barrierefrei aus der Kirche in den Glasgang treten können. Aus der Kirche und auch nach draußen, also zum Friedhof, werden vollautomatische Türen eingebaut. Sie öffnen und schließen sich, um das Klima stabil zu halten, reguliert über ein Ampelsystem.

Erzbistum bezuschusst barrierefreie Erschließung

Wie Dorothee Feldmann berichtete, beläuft sich das Investitionsvolumen für die barrierefreie Erschließung auf rund drei Millionen Euro. Das Projekt wird zu 90 Prozent aus Mitteln der Regionalen Wirtschaftsförderung von Bund und Land bezuschusst. Das Erzbistum Paderborn beteiligt sich, so Marcus Beverungen, mit 300.000 Euro.

Der barrierefreie Zugang samt Aufzug aus dem Domänengebäude soll möglichst zum Vitusfest am 21. Juni in Betrieb gehen. Die Regie sieht vor, dass dem Festprediger des Festtages die Jungfernfahrt vorbehalten ist: Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz.

Fotos: Kirchengemeinde Corvey

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