Kreis Höxter/Holzminden (TKu). Mit einer Spendensumme, die alle Erwartungen deutlich übertroffen hat, endete am Sonntag das 25. TWINDURO-Jubiläumstreffen auf der Tonenburg in Albaxen. Im Rahmen einer symbolischen Scheckübergabe konnten die Organisatoren der Benefizaktion insgesamt 4250 Euro an die Stiftung Kinderheimat Neuhaus überreichen. Die Freude darüber war bei Einrichtungsleiterin Tanja Arzeus deutlich spürbar. Da musste sie erst einmal ganz tief durchatmen. Arzeus war sichtlich bewegt, als sie die endgültige Spendensumme erfuhr. Ursprünglich hatten sich die Veranstalter ein Ziel von 2500 Euro gesetzt. Dass dieser Betrag nun um weitere 1750 Euro überschritten wurde, sorgte bei allen Beteiligten für große Begeisterung.
Die Scheckübergabe fand am Sonntagvormittag auf dem Hof der Tonenburg statt, die über das gesamte Wochenende Unterkunft und Treffpunkt für die Teilnehmer gewesen war. Rund 180 Motorradfahrer aus ganz Deutschland sowie ein Teilnehmer aus England waren zum Jubiläumstreffen ins Weserbergland gekommen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die Benefizaktion zugunsten der Kinderheimat Neuhaus unter dem Motto „Danke Weserbergland, 25 Jahre, 25 Scheine“. Organisiert wurde die Aktion von Martin Nittscher gemeinsam mit dem Weserbergland Tourismus e. V.. Für Nittscher war das Jubiläumstreffen nicht nur ein Motorradwochenende, sondern vor allem ein Zeichen der Verbundenheit mit der Region. „Es war ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten“, erklärte er im Gespräch mit Weser-Ith-News. Mit der Benefiztour und der Spendenaktion wollten sich die Motorradfahrer für die langjährige Gastfreundschaft im Weserbergland bedanken, so Nittscher. Gleichzeitig sollte ein Zeichen gesetzt werden, dass Natur, Menschen und Motorräder durchaus über viele Jahre miteinander harmonieren können, wie Martin Nittscher betonte.
Die Nachfrage nach dem traditionsreichen Treffen sei erneut enorm gewesen. „Innerhalb von 24 Stunden war die Veranstaltung restlos ausgebucht“, berichtete der Organisator. Bewusst habe man die Teilnehmerzahl auf 180 Motorradfahrer begrenzt. Organisiert wird das Treffen privat von seiner Familie sowie zwei weiteren Familien. Die Teilnehmenden stammen überwiegend aus Norddeutschland, es reisen aber inzwischen auch weitere Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik an. Ein besonderer Höhepunkt des Wochenendes war die große Benefiztour am Freitag. Rund 70 Motorradfahrer machten sich von der Tonenburg aus auf den Weg durch das Weserbergland. Die Strecke führte über Holzminden, den Solling, Eschershausen und Uslar bis nach Neuhaus. Dort legten die Teilnehmer auch einen Stopp an der Kinderheimat ein. Der Besuch sorgte bei den Kindern und Jugendlichen der Einrichtung für große Begeisterung. Zahlreiche Motorräder fuhren auf das Gelände, viele Bewohner schauten sich die Maschinen aus nächster Nähe an und kamen mit den Fahrern ins Gespräch. Auch Tanja Arzeus zeigte sich erfreut über den Besuch der Biker. Für die Einrichtung sei es wichtig, wahrgenommen zu werden und Unterstützung aus der Region zu erfahren.
Die Stiftung Kinderheimat Neuhaus ist eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung in Neuhaus im Solling. Sie unterstützt Kinder, Jugendliche sowie Mütter und Väter mit ihren Kindern in schwierigen Lebenssituationen. Ziel der Arbeit ist es, den jungen Menschen Stabilität, Betreuung und neue Perspektiven für ein eigenständiges Leben zu geben. Die Einrichtung blickt dabei auf eine lange Geschichte zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Kinderheimat zunächst 1948 und 1949 als Unterkunft für Flüchtlingskinder aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Im Jahr 1952 wurde daraus schließlich die heutige Stiftung Kinderheimat Neuhaus. Heute betreibt die Stiftung verschiedene Wohngruppen für Jungen und Mädchen, Mutter-Kind-Gruppen, eine Inobhutnahmegruppe für akute Krisensituationen sowie ambulante Hilfsangebote in Holzminden und Einbeck. Insgesamt werden dort rund 50 Kinder, Jugendliche und Elternteile betreut. Die pädagogische Arbeit erfolgt durch Sozialpädagogen, Erzieher und weitere Fachkräfte mit systemischem und traumapädagogischem Ansatz. Nach Angaben der Einrichtung beschäftigt die Stiftung rund 95 Mitarbeitende an mehreren Standorten.
Zur Kinderheimat gehört außerdem ein größeres Gelände mit verschiedenen Gebäuden und Freizeitmöglichkeiten. Darunter befindet sich auch eine Turn- und Mehrzweckhalle, die dringend saniert werden muss. Genau hierfür soll die Spendensumme des TWINDURO-Treffens nun eingesetzt werden. „Das Geld soll vorrangig für die Sanierung der Turnhalle verwendet werden“, erklärte Tanja Arzeus im Gespräch mit Weser-Ith-News. Die Halle sei ein wichtiger Ort für Sport, Bewegung und gemeinsame Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen. Entsprechend groß sei die Freude darüber, dass die notwendige Sanierung nun mit Unterstützung der Spendenaktion vorangebracht werden könne.
Fotos: Thomas Kube