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Montag, 15. Juni 2026 Mediadaten
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Höxter (TKu). Das ehemalige Café Stellwerk am Corveyer Hafen hat wieder geöffnet und der Neustart hätte kaum erfolgreicher verlaufen können. Am vergangenen Samstag feierte das neue Café Esperanza seine offizielle Eröffnung und lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher in das idyllische und charmante Café. Bei schönem Wetter waren die Plätze im historischen Stellwerksgebäude und im weitläufigen Garten bis auf den letzten Stuhl besetzt. Die neue Betreiberin Esperanza Kusmenko und ihr Team hatten alle Hände voll zu tun, um die vielen Gäste zu bewirten. Schon kurz nach Beginn der Eröffnungsfeier zeigte sich, dass viele Menschen gespannt auf die Wiedereröffnung des beliebten Cafés gewartet hatten. Livemusik, ein DJ, ein Sektempfang und weitere kleine Aktionen sorgten für eine fröhliche Atmosphäre. Während sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen unterhielten, herrschte hinter der Theke Hochbetrieb. Dennoch blieb die Stimmung entspannt und herzlich, und zwar genau so, wie es sich die neuen Betreiberinnen vorgestellt hatten.

Mit dem Neustart übernimmt Esperanza Kusmenko gemeinsam mit ihrer Tochter Anna-Katharina die Verantwortung für einen Ort, der in Höxter längst Kultstatus besitzt. Beide kommen aus Neuhaus und möchten die besondere Atmosphäre des ehemaligen Stellwerks bewahren und gleichzeitig neue Akzente setzen. „Café Esperanza – Ort der Hoffnung und Genuss für die Seele“ lautet der neue Slogan. Tochter Anna-Katharina Kusmenko erklärt die Bedeutung des Namens: „Esperanza bedeutet auf Spanisch Hoffnung. Genau dieses Gefühl möchten wir unseren Gästen vermitteln. Unser Café soll ein Ort sein, an dem Menschen zur Ruhe kommen, Kraft tanken und schöne Stunden verbringen können.“ Dabei möchten die neuen Betreiberinnen bewusst an die Tradition des Hauses anknüpfen. Das Stellwerk war in den vergangenen Jahren nicht nur ein Café, sondern auch ein Treffpunkt für Kulturinteressierte durch diverse kleine Ausstellungen im alten Stellwerk. Diese Verbindung aus Gastronomie und Kultur soll auch unter neuer Leitung erhalten bleiben. Aktuell sind die Werke des Künstlers Nicoley Baublies zu sehen, der vielen in der Region als Geschäftsführer des Landhauses Sollingshöhe in Silberborn bekannt ist. Er präsentiert teilweise skurrile und außergewöhnliche Gemälde.

„Wir möchten den Geist des früheren Stellwerks lebendig halten“, betont Anna-Katharina Kusmenko. „Kunst, Kultur und Begegnungen sollen auch künftig ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts sein.“ Weitere Ausstellungen seien bereits in Planung. Darüber hinaus sollen regelmäßig Themenabende stattfinden. Lateinamerikanische Tanzabende gehören ebenso zu den Ideen wie ein zünftiges Oktoberfest oder kleinere kulturelle Veranstaltungen. Für Esperanza Kusmenko selbst war der Schritt in die Gastronomie keineswegs selbstverständlich. Eigentlich habe sie nach eigenen Worten einen ruhigeren Lebensabschnitt geplant. Doch als sie das historische Gebäude mit seinem idyllischen Garten direkt am Hafengelände zum ersten Mal sah, war die Entscheidung schnell gefallen. „So einem historischen Haus und so einem schönen Garten muss man einfach mit Liebe begegnen“, sagt sie. Das rund 125 Jahre alte Gebäude habe sie sofort begeistert. Besonders die einzigartige Lage zwischen Weser, Hafen und Radweg habe sie überzeugt.

Die Lebensgeschichte der neuen Betreiberin ist außergewöhnlich. Anfang der 1980er-Jahre kam sie aus Guatemala nach Ostberlin. Dort sammelte sie erste Erfahrungen in der Gastronomie und betrieb später unter anderem die Diskothek Empire in Schöneberg sowie ein eigenes Café. Nach der Wiedervereinigung wurde ihr das Leben in Berlin zunehmend zu hektisch. Schließlich führte sie die Liebe nach Holzminden, wo sie bis heute ihre Heimat gefunden hat. Mit dem Café Esperanza verfolgt Kusmenko nun eine klare Vision. Sie möchte einen Ort schaffen, an dem Menschen wieder bewusst Zeit miteinander verbringen. In einer immer hektischeren und digitaleren Welt seien persönliche Gespräche wichtiger denn je. „Viele Menschen nehmen sich zwar Zeit für einen Cafébesuch, schauen dann aber doch die ganze Zeit auf ihr Handy“, sagt sie. „Ich wünsche mir, dass die Gäste hier wieder miteinander reden, lachen und den Moment genießen. Das Café Esperanza soll ein Verweilort für die Seele werden.“

Kulinarisch setzt das Café vor allem auf Kaffee- und Kuchenspezialitäten. An den Wochenenden wird zudem auf Vorbestellung Frühstück angeboten. Frische Kuchen bilden das Herzstück des Angebots. Ergänzt wird die Karte durch kleine Gerichte und täglich wechselnde Angebote. Besonders wichtig ist Kusmenko dabei eine täglich frisch zubereitete Suppe. „Eine gute heiße Suppe gehört für mich einfach dazu“, sagt sie. Darüber hinaus plant sie wechselnde Spezialitäten und regionale Angebote. Ihre Liebe zur deutschen Küche verhehlt sie dabei nicht. „Vom Stachelbeerkuchen bis zur Bratwurst, ich mag das alles sehr gern.“

Das Café Esperanza befindet sich am Hafen 10 in einem Gebäude mit bewegter Geschichte. Einst gehörte das Stellwerk dem britischen Künstler James R. Donnachie, der das Areal zu einem kreativen Rückzugsort machte. Nach seinem Tod entwickelte sich das Gebäude zu einem beliebten Café mit Biergarten. Zuletzt führten Michael Süßmilch und Agnieszka Weisser das Lokal über vier Jahre hinweg und etablierten es als festen Bestandteil der regionalen Kulturszene. Durch seine Lage direkt am Weser-Radweg und in unmittelbarer Nähe zum UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey zählt das ehemalige Stellwerk zu den außergewöhnlichsten Gastronomiestandorten im Kreis Höxter. Mit ihrem Konzept aus Gastfreundschaft, Kultur und Entschleunigung scheinen Esperanza und Anna-Katharina Kusmenko genau den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Der gelungene Auftakt macht Hoffnung, dass das Café Esperanza schon bald wieder zu den beliebtesten Treffpunkten in Höxter gehören wird. Geöffnet ist das Café mittwochs bis freitags ab 13 Uhr sowie samstags und sonntags ab 10 Uhr.

Fotos: Thomas Kube

 

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