Höxter (red). Unter dem Titel „Schule statt Fabrik – Arbeitende Kinder in Bangladesch“ ist von 13. bis 26. Juni 2026 im Foyer des Berufskollegs Kreis Höxter, "Im Flor 35", eine Fotoausstellung zu sehen. Elf großformatige Displays mit Bildern des Fotografen K M Asad vermitteln einen Eindruck von der Lebenssituation der ehemaligen Kinderarbeiter Tazim und Nour aus Bangladesch.
Ausstellung mit Bildern und Audioguide
Begleitet wird die Ausstellung von einem Audioguide, in dem die beiden Zwölfjährigen selbst zu Wort kommen. Die Präsentation ist montags bis freitags von 7.45 bis 15 Uhr zugänglich. Zusätzlich kann sie am Samstag, 13. Juni, von 8 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung besucht werden. Ansprechpartnerin ist Michaela Lücking-Freytag, erreichbar per E-Mail an
Die Ausstellung entstand zur 68. Aktion Dreikönigssingen. Unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ waren zum Jahresbeginn 2026 auch in Höxter und den umliegenden Ortschaften die Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs. Mit dem Kreidezeichen „20*C+M+B+26“ brachten sie den Segen „Christus segne dieses Haus“ zu den Menschen und sammelten Spenden für Gleichaltrige in aller Welt. Die Aktion machte ihnen das Thema Kinderarbeit näher bekannt und zeigte, wie wichtig die Kinderrechte auf Schutz und Bildung sind.
Einsatz gegen Kinderarbeit bleibt wichtig
Jüngste Erhebungen zeigen, wie wichtig das Engagement gegen Kinderarbeit weiterhin ist. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, nicht erreicht. 138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch in Deutschland in den Handel. Die Aktion Dreikönigssingen 2026 ist abgeschlossen, der Einsatz gegen Kinderarbeit bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Entsprechend wird die Tour der Ausstellung durch Deutschland fortgesetzt.
Wirtschaftsethik und Bildung im Fokus
Das Berufskolleg ist nach Ansicht der Organisatoren ein passender Ort für die Ausstellung, da hier die Verbindung zwischen globalen Lieferketten und ethischer Verantwortung direkt thematisiert werden kann. Schülerinnen und Schüler lernen, welche Folgen wirtschaftliches Handeln hat. Die Ausstellung macht deutlich, dass niedrige Preise oft auf Kosten von Kinderrechten entstehen können.
Da Kinderarbeit häufig in den Rohstoff- und Produktionsphasen stattfindet, soll die Ausstellung den Blick für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung schärfen. Die Schülerinnen und Schüler werden dafür sensibilisiert, in ihrem späteren Berufsleben auf faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Beschaffung zu achten.
Zugleich regt der Kontrast zwischen dem eigenen Schulalltag und der harten Arbeit in Fabriken zur Selbstreflexion an. Im Mittelpunkt steht dabei auch das Bewusstsein für Bildung als Privileg und als Schlüssel zur Armutsbekämpfung.
Foto: Johannes Rueben/ Kindermissionswerk